Blog von Johannes Lötzsch

„Kriegsspiele — Wenn ferngesteuerte Maschinen ernst machen“

Mon, 17 May 2010

Tags: Drohnen, Waffenexporte, WarGames

Bei Deutschlandfunk lief gestern eine interessante Sendung über den militärischen Einsatz von Drohnen. Folgender Ausschnitt fasst die aus meiner Sicht wesentlichen Punkte zusammen: „Während US-Präsident Obama sich für eine Begrenzung der Nuklearwaffen einsetzt, rüstet er zugleich seine konventionelle Streitmacht hoch. Im ersten Jahr seiner Amtszeit hat er bereits mehr Raketen von Drohnen aus abfeuern lassen, als sein Amtsvorgänger Bush insgesamt. Das Budget ist massiv gestiegen, im Jahr 2010 sind 3,5 Milliarden allein für ferngesteuerte Flugzeuge eingeplant. Erstmals werden mehr Piloten für Drohnen ausgebildet als für herkömmliche Maschinen. Politiker, Soldaten und Lobbyisten verkaufen der Öffentlichkeit diese Entwicklung als sauberen High-Tech-Krieg.“

Ich wüsste gerne: Wieviele Deutsche wissen und befürworten, dass wir der drittgrößte Waffenexporteur sind? Wer weiß, dass Deutschland innerhalb von 10 Jahren die Ausführ der „Massenvernichtungswaffen der heutigen Kriegeverzehnfacht hat? Wer ist überhaupt noch bereit ernsthaft über solche Fakten selber nachzudenken und dagegen etwas zu unternehmen statt mitzuspielen?

Auch wissenswert finde ich dieses Zitat aus der Sendung: „Einer der Trends, der sich gerade entfaltet, ist das, was ich 'Militainment' nenne. Die Vermischung von Militär und Unterhaltung. Eines der beliebtesten Ego-Shooter-Spiele heißt 'America's Army'. Es wird vom US Militär bezahlt. Wer mitspielen will, muss seine Kontaktdaten hinterlassen, so dass das Militär sich mit ihm in Verbindung setzen kann.“

Da fällt mir nur ein: „The only winning move is not to play“…

  Flattr this
Feedback, Korrekturen, Fragen & Input bitte an blog@johannesloetzsch.de

Subscribe this Feed… Valid XHTML 1.0 Strict CSS ist valide! Flattr this